Stadt Knittlingen

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Mitteilungen des Bürgermeisters

Pilotprojekt DEUS 21

Bundesförderung für Deus 21 in Knittlingen läuft aus - Forschung geht weiter - Startschuss für Biogasverwertung

Nachdem die Bundesförderung für das Pilotprojekt Deus 21 in Knittlingen nun ausläuft, haben die Verantwortlichen ein positives Fazit gezogen. Noch funktioniert nicht alles, in der Fauststadt wird weiter geforscht.

Eine neue Grundlage für wissenschaftliche Forschung im Bereich Wasserver- und Abwasserentsorgung stellt das Pilotprojekt Deus 21 dar. Das wurde nach fast fünfjähriger Forschungsarbeit am 18. Mai in Knittlingen deutlich gemacht. Ziel des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen und Bioverfahrenstechnik (IGB) war es, eine neue Art der Wasserwirtschaft zu erproben, um die Umwelt durch Einsparung von Trinkwasser und Energie zu schonen und gleichzeitig Kosten zu sparen.

Ende Mai läuft die Bundesförderung planmäßig aus. Zeit für die Verantwortlichen die Ergebnisse eine "erfolgreichen Projekts" wie Institutsleiter Thomas Hirth betonte, vorzustellen. Sei das Projekt anfangs belächelt worden, habe man mittlerweile "alle davon überzeugt, dass es funktioniert". Im Neubaugebiet Römerweg in Knittingen wird heute das Abwasser von 175 Anwohnern in 60 Häusern anaerob - das heißt unter Ausschluss von Sauerstoff - gereinigt. Würde in ganz Deutschland von der herkömmlichen Art auf anaerobe Abwasserreinigung umgestellt, könnten bis zu 6,9 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden, rechnete Projektleiter Professor Walter Trösch vor. Das Fraunhofer-Institut kommt aber auch zu dem Schluss, dass DEUS 21 insbesondere für Länder geeignet sei, in denen bisher keine Infrastruktur existiert. Als eine der Zielsetzung des vom Bund mit 3,5 Millionen Euro geförderten Pilotprojekts bezeichnete Wilfried Kraus die Ausstrahlungswirkung, um der Industrie damit weltweit Türen zu öffnen. Es gebe Überlegungen, so der Vertreter des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, unter anderem im Ägypten entsprechende Lösungen anzubieten. Aber auch Deus 21-Interessenten aus Esslingen, wo es um die Planung der neuen Weststadt geht, um Walldorf waren bei der Projektvorstellung in Knittlingen. Neben Ministeriumsvertretern und Projektpartner aus der Industrie machten sich auch Vertreter aus der Knittlinger Verwaltung und dem Gemeinderat ein Bild von Deus 21. Während Professor Trösch die wissenschaftlichen Herausforderungen beleuchtete und auf Probleme einging, die sich während der Umsetzung zeigten, präsentierte Diplom-Ingenieur Marius Mohr Ergebnisse. Noch wird allerdings auch übers Deus-Netz Knittlinger Trinkwasser verteilt. Bei der Wasserversorgung auf Basis von Regenwasser hakt es noch. Laut Mohr wurden Pflanzenschutzmittel nachgewiesen, wahrscheinlich aus Dachabdeckungen. "Bis zur gesicherten Trinkwasserqualität bleibt noch etwas zu tun", sagte Mohr. Das Forschungsprojekt, bei dem das Fraunhofer-Institut eine Übergangsförderung übernimmt, läuft weiter. Neben dem Trinkwasserproblem stehen nun laut Mohr die weitere Optimierung der Abwasserreinigung, die Senkung des Energieverbrauchs und die Umsetzung in größerem Maßstab auf dem Plan. Zudem werden bei Deus 21 Düngesalze und bis zu 5000 Liter Biogas pro Tag gewonnen. In einer Verwertungsanlage, die am 18. Mai symbolisch in Gang gesetzt wurde, wird es verbrannt. Beheizt wird damit der Bioreaktor indem Bakterien aus den Abwässern der angeschlossenen Haushalte wiederum Biogas produzieren. Bürgermeister Heinz-Peter Hopp hofft, dass das Projekt erfolgreich abgeschlossen werden kann. Deus 21 habe Mut erfordert, sich aber zum "wahren Segen für Knittlingen" entwickelt.

Quelle: Nadine Schmid, Pforzheimer Zeitung

Den symbolischen Startschuss für die Deus-21-Biogasverwertung geben Wilfried Kraus vom Ministerium für Bildung und Forschung, Knittlingens Bürgermeister Heinz-Peter Hopp und Fraunhofer-Institutsleiter Thomas Hirth (von Links). Quelle: Pforzheimer Zeitung
Den symbolischen Startschuss für die Deus-21-Biogasverwertung geben Wilfried Kraus vom Ministerium für Bildung und Forschung, Knittlingens Bürgermeister Heinz-Peter Hopp und Fraunhofer-Institutsleiter Thomas Hirth (von Links). Quelle: Pforzheimer Zeitung