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Stadtgeschichte

Geschichte der Stadt Knittlingen

Altstadt Knittlingen und Faust-Museum (rechts)

„Montag, den 2. Juni, reist ich ab. Mein Herz erweiterte sich in all den Erwartungen des, das ich sehen und hören werde. Noch nie war mir so wohl, als da ich, eine halbe Stunde von hier,
den Berg hinunterritt – und unter mir Knittlingen lag …“(Friedrich Hölderlin in einem Brief von 1788)

Knittlingen hat eine lange Vergangenheit, als „des Landes Württemberg Vormauer und Grenzfeste gegen die Pfalz“ wurde die Stadt im Jahre 843 erstmals urkundlich erwähnt, damals noch als „Cnudelingen“. 1148 erwarb das ein Jahr zuvor fertig gestellte Kloster Maulbronn die Rechte über Knittlingen, hier entstand dann auch einer der sieben Pfleghöfe des Klosters.

In den folgenden Jahrhunderten erlitt Knittlingen mehrfach große Zerstörungen – so etwa 1360 durch den rheinischen Pfalzgrafen, im 30-jährigen Krieg 1632 durch die Truppen des Kaiserlichen Generals Ernesto Montecuccoli, außerdem 1692 durch die Franzosen. Durch die teilweise verheerenden Brände wurden viele historische Gebäude in Mitleidenschaft gezogen. Dies gilt insbesondere auch für das heute noch erhaltene Steinhaus, besagten Pfleghof sowie die St. Leonhardskirche, deren Grundmauern auf das 13. Jahrhundert zurückgehen.

Großen Einfluss auf die Entwicklung städtischen Lebens in Knittlingen hatte 1490 die Idee der Taxis-Dynastie (seit 1650 Thurn und Taxis), vom niederländischen Mechelen bis ins österreichische Innsbruck eine Stafettenpost zu Pferde einzurichten und in Knittlingen eine Poststation zu eröffnen.

Ab 1806 gehörte Knittlingen zum Oberamt Maulbronn, 1840 wurde dem Ort offiziell das Stadtrecht verliehen. Von 1938 bis 1972 war Knittlingen Teil des Landkreises Vaihingen, seit dessen Auflösung gehört Knittlingen zum Enzkreis im Regierungsbezirk Karlsruhe.

Knittlingen - Geburtsort des weltberühmten Dr. Faust

Faust-Geburtshaus - Schild am Gebäude

Knittlingens berühmtester Sohn ist der um 1480 hier geborene Arzt und Astrologe Dr. Johannes Georg Faust.

Auf seinen Spuren und sein Nachwirken auf Dichter, Komponisten und Denker kann man im historischen Altstadtkern bis heute wandeln. 1980 wurde das Alte Rathaus, ein Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert, zum weltweit bekannten Faust-Museum umgebaut, in der ehemaligen Lateinschule von 1542 ist seit 2002 das Faust-Archiv untergebracht. Das Geburtshaus des geheimnisumwitterten Magiers steht in unmittelbarer Nähe, neben der St.-Leonhards-Kirche.

Freudenstein-Hohenklingen und Kleinvillars

Ortsbild Freudenstein-Hohenklingen (Blick Richtung Knittlingen)

Bis ins 13. Jahrhundert beziehungsweise 14. Jahrhundert zurück reicht auch die Geschichte von Knittlingens Teilorten Freudenstein (um 1251 erstmals urkundlich als „Frodenstein“ erwähnt) und Hohenklingen (1312 erstmals schriftlich genannt).

Das Waldenser-Dorf Kleinvillars wurde 1699 von reformierten Glaubensflüchtlingen aus dem Piemont gegründet. Die Eingliederung von Kleinvillars in die Stadt Knittlingen erfolgte am 15. Februar 1972, Freudenstein-Hohenklingen wurde am 9. August 1975 eingemeindet.

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